HISTORIE

Der Berchtesgadener Künstlerbund

Als zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Landschaft in der bildenden Kunst darstellungswürdig wurde, übte das Berchtesgadener Land eine große Anziehung für Maler und Zeichner aus. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts arbeiteten oft ganze Malerkolonien (hauptsächlich aus dem deutschen Norden und aus Dänemark) hier.

So ist es auch zu verstehen, das sich Anfang des 20. Jahrhunderts Kunstmaler für immer in Berchtesgaden niederließen. Zum einen fasziniert von der grandiosen Landschaft, zum andern, weil sie wohl auch Absatzmärkte im aufkommenden Sommertourismus sahen.

1919 schloss man sich zu einem Bund zusammen, dessen Arbeitsergebnisse schon damals in Ausstellungen vor Ort gezeigt wurden.

Waren es früher die Maler, so sind es seit einigen Jahrzehnten die Holzbildhauer und Plastiker die den Künstlerbund dominieren. Von ihnen ist ein Großteil – ausgebildet an der Kunstakademie München – als Fachlehrer an der Fachschule für Holzschnitzerei und Schreinerei hier am Ort tätig.

Diese Schule knüpft an die Jahrhundert alte Tradition des Berchtesgadener Holzschnitzerhandwerks an. Mit dieser so genannten „Berchtesgadener War“ (wie die Schnitzerzeugnisse damals genannt wurden) sicherten sich in der Vergangenheit breite Bevölkerungskreise einen Zuverdienst zu dem oft schon recht kargen Lebensunterhalt.

Der Berchtesgadener Künstlerbund hat zurzeit 19 Mitglieder. Die Gruppierung stellt jährlich in Berchtesgaden ihre neuesten Werke vor. Gelegentlich organisiert sie auch Werksschauen in benachbarten Städten. Einige Mitglieder beteiligen sich auch an überregionalen Ausstellungen, vor allen in Deutschland und Österreich.